Verein Gießener Meisterkonzerte e.V.      

4. Basilikakonzert

Sonntag, 19. Juli 2015, 11.15 Uhr (Matinee)

Vorverkauf

Aleksandra &
Alexander Grychtolik

Kunst der Fuge Kunst der Improvisation

Aleksandra Magdalena Grychtolik gehörte nach der Öffnung des „Eisernen Vorhangs“ zur ersten Cembalistengeneration in Polen, die sich intensiv mit historischer Aufführungspraxis auseinander setzte. Schon während ihres Cembalostudiums an der Musikhochschule Łódz reiste sie mit ihrem damaligen Ensemble „La Grande Langue de la Musique“ durch Europa, um bei Spezialisten für die historische Aufführungspraxis wie Ketil Haugsand, Jaap ter Linden und Lucy van Dael wichtige künstlerische Impulse zu erhalten. Eine vertiefende Beschäftigung mit interpretatorischen Aspekten Alter Musik erfolgte bei Bernhard Klapprott.
Aleksandra Grychtolik konzertiert europaweit als Solistin, mit dem Barockorchester „Mitteldeutsche Hofmusik“ sowie mit ihrem Partner Alexander Grychtolik in der Besetzung für zwei Cembali. Dabei legt das „Künstler-Ehepaar mit magischen Händen“ (SHZ) den Schwerpunkt auf die Interpretation virtuoser Tastenmusik des 17. und 18. Jahrhunderts.
Indem es improvisatorische Elemente in ihre Konzerte einbezieht, eröffnet es neue Wege und überraschende Perspektiven in der Begegnung mit Alter Musik.
Für Alexander Ferdinand Grychtolik steht die schöpferische Auseinandersetzung mit Alter Musik im Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit. Dabei ist es ihm ein besonderes Anliegen, im Rahmen seiner europaweiten Konzerttätigkeit die Improvisationskunst der Bach-Zeit wieder aufleben zu lassen und das Verständnis von der sog. „historischen Aufführungspraxis“ weiterzuentwickeln. Nach seinem Studium bei Bernhard Klapprott und Frédérick Haas übernahm er an der Musikhochschule in Weimar den deutschlandweit ersten Lehrauftrag für barocke Improvisationspraxis. Weitere Lehrtätigkeit führte ihn u.a. an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst nach Frankfurt a.M. Seine langjährige Auseinandersetzung mit barocker Komposition mündete in eine Reihe international beachteter Rekonstruktionen von Vokalwerken J. S. Bachs, die u.a. im Deutschlandfunk, im Österreichischen und im Mitteldeutschen Rundfunk gesendet und von der Fachkritik hoch gelobt wurden. Im Verlag Edition Peters veröffentlichte er eine erste Rekonstruktion der 2009 nachgewiesenen Spätfassung von Bachs Markus-Passion (BWV 247) aus dem Jahre 1744 und der Köthener Trauermusik (BWV 244a) aus dem Jahre 1729. Mit seinem 2008 gegründeten Ensemble „Mitteldeutsche Hofmusik“ widmet sich Alexander Grychtolik in ausgewählten Projekten den musikalischen Zeugnissen barocker Residenzkultur aus Mitteldeutschland, insbesondere höfischen Gelegenheitswerken.