Verein
Gießener
Meisterkonzerte
e.V.

4. Winterkonzert

Freitag, 16. Januar 2009, 20.00 Uhr  -  Kongresshalle Gießen, Großer Saal

Landesjugendsinfonieorchester Hessen

Lena-Maria Buchberger, Harfe - Hubert Buchberger, Leitung

Der Frankfurter Dirigent,  Kammermusiker, Hochschullehrer und Geiger Hubert Buchber­ger studierte von 1970 bis 1977 an der Mu­sikhochschule   seiner Heimatstadt bei Heinz Stanske und Günther Weigmann Violine und Kammer­musik. Bereits wäh­rend seines Studi­ums, im Jahre 1974, gründete er das Buchberger-Quartett. Dieses Ensemble wurde 1978/79 durch die »Bundesauswahl Junger Künstler« des Deutschen Musikrates gefördert und war Preisträger internationaler Wettbewerbe, etwa in Portsmouth, Hannover und Evian. Seit diesen Wettbewerbserfolgen konzertiert das Quartett im In- und Ausland und hat sich durch seine überlegte Pro­grammgestaltung, die Berücksichtigung an­spruchsvoller und ausgefallener Repertoire­bereiche und insbesondere durch seine Konzerte mit Erläuterungen und Klangbei­spielen einen Namen gemacht. Im Herbst 2004 begann das Quartett mit einer CD-Pro­duktion aller 69 Streichquartette von Joseph Haydn für das holländische Label Brilliant Classics. Bisher sind 15 CDs erschienen, die in der internationalen Fachpresse als heraus­ragende Produktionen gewürdigt und z.T. auch mit Preisen ausgezeichnet wurden. 1977 erhielt Hubert Buchberger einen Lehrauftrag an der Frankfurter Musikhochschule, 1985 wurde er zum Honorarprofessor er­nannt und 1988 zum hauptamtlichen Professor für Kammermusik an diesem Institut be­rufen. Aus seiner Kammermusikklasse sind zahlreiche konzertierende Ensembles hervor­gegangen. Von 1991 bis 1994 war er Prorek­tor, von Mai 1998 bis November 1999 Dekan des Fachbereichs Künstlerische Ausbildung, von 1999 bis 2002 leitete er als Vizepräsident geschäftsführend die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main.
Als Dirigent widmet er sich neben seinen En­gagements als Gastdirigent derzeit insbeson­dere vier projektweise arbeitenden Ensem­bles: Seit 1974 leitet er das Offenbacher Kammerorchester, seit 1990 die Sinfonietta Frankfurt. Mit diesen beiden Ensembles prä­sentiert er vorwiegend die anspruchsvolle Streichorchesterliteratur des 20. Jahrhun­derts, aber auch sinfonische Werke, insbe­sondere aus dem klassisch-romantischen Be­reich. Nach einigen Gastdirigaten wählte ihn das Collegium Musicum Aschaffenburg 2005 zu seinem Chefdirigenten. Seit der ersten er­folgreichen Zusammenarbeit im Frühjahr 2002 ist er »Ständiger Dirigent« des Landesjugendorchesters Nordrhein-Westfalen. Mit diesem Orchester erarbeitet er das große sin­fonische Repertoire und absolvierte erfolgrei­che Auftritte u. a. beim Europäischen Klassik-Festival Ruhr, beim Rheinischen Musikfest, bei den Nacht- und Jugendkonzerten des WDR, in den Essener und Kölner Philharmo­nien, der Düsseldorfer Tonhalle, dem Berliner Konzerthaus und auf Tourneen durch Un­garn, die Beneluxländer, China, Bosnien-Herzegowina und Kroatien. Im Herbst 2008 wird das Orchester in Portugal auftreten. Im Frühjahr 2008 leitete er im Rahmen eines Projektes zum 100. Geburtstag von Olivier Messiaen zwei Konzerte mit einem von Messiaens Hauptwerken. Seit vielen Jahren ist er regelmäßig Gast bei der Orchesterakademie des Schleswig-Holstein-Musikfestivals und hat dort als Instrumentaldozent und Juror, aber auch als Dirigent eigener Projekte mitge­wirkt. Als künstlerischer Leiter gestaltet er seit 2005 das Osnabrücker Musikfestival »classic con brio« mit einem innovativen Konzept, bei dem das musikalische Zu­sammenwirken junger professioneller En­sembles mit international renommierten Solisten und Kammermusikern im Zentrum steht.

Lena-Maria Buchberger wurde 1985 in Frankfurt am Main geboren. Im Alter von elf Jahren begann sie mit dem Harfenspiel. Nach den Anfängen bei Esther Groß an der Musikschule Bad Vilbel hatte sie ab 2000 bei Petra van der Heide (Staatstheater Darmstadt, in­zwischen Concertgebouw Amsterdam) und ab 2003 bei Eva Röthke (Staatstheater Mann­heim) Unterricht. Seit 2005 studiert sie bei Prof. Maria Graf an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin. Im Sommer 2007 besuchte sie einen Meisterkurs bei Marie-Pierre Langlamet (Berliner Philharmoniker). Lena-Maria Buchberger ist mehrfache Regio­nal-, Landes- und Bundespreisträgerin der Wettbewerbe »Jugend musiziert« und war von 2001 bis 2004 Mitglied des Landesjugendsinfonieorchesters Hessen. Sie spielte u.a. im Landesjugendorchester Nordrhein-Westfalen, in der Russischen Kammerphil­harmonie Sankt Petersburg, im RIAS-Jugend­orchester, im West-Eastern Divan Orchestra und in der Jungen Deutschen Philharmonie. Als Aushilfe spielte sie bei den Berliner Phil­harmonikern unter den Dirigenten Sir Simon Rattle, Bernard Haitink, Jin Belohlävek und Daniel Barenboim, ab 2010 ist sie in die Orchesterakademie aufgenommen. Seit 2004 wird sie gefördert von »Yehudi Menuhin Live Music Now e.V.«, im Jahr 2006 gewährte ihr die »Oskar und Vera Ritter-Stif­tung« eine Unterstützung zum Kauf ihres Konzertinstrumentes. Im Jahr 2007 wurde sie in die Förderkartei des »Forum Tiberius -Internationales Forum für Kultur und Wirt­schaft« aufgenommen und erhielt ein Förder­stipendium der »Hans und Eugenia Jütting Stiftung«.
Beim Deutschen Musikwettbewerb 2008 er­rang sie ein Stipendium, verbunden mit der Aufnahme in die »Bundesauswahl Konzerte junger Künstler« des Deutschen Musikrates für die Saison 2009/2010.

Das Landesjugendsinfonieorchester (LJSO) Hessen vereint die besten jungen hessischen Musikerinnen und Musikern zu einem sinfo­nischen Klangkörper erster Güte. 1976, mit damals 30 Musiker/innen gegrün­det, zählt es heute über 120 Mitglieder im Al­ter zwischen 13 und 22 Jahren, die sich alle durch ein überzeugendes Vorspiel vor einer fachkundigen Jury für die Mitgliedschaft qua­lifiziert haben. Die meisten Mitglieder sind Preisträger auf Landes- und Bundesebene des Wettbewerbs »Jugend musiziert«, viele dar­über hinaus Jungstudentinnen und -Studen­ten an deutschen Musikhochschulen. Zwei- bis dreimal jährlich erarbeitet das Or­chester in 10- bis 14-tägigen Arbeitsphasen während der hessischen Schulferien an­spruchsvolle Konzertprogramme. Die Arbeit gliedert sich in Register- und Satzproben, die von erfahrenen Fachdozentinnen und -dozenten geleitet werden, sowie Tutti-Proben unter Leitung der jeweiligen Dirigentinnen /Dirigenten und unterstützt durch deren Assi­stenz.
In den anschließenden Konzerten besticht das Orchester stets durch hohe Motivation und herausragende künstlerische Leistung. Wichtiger Teil der Arbeit sind auch die Auslands-Tourneen, hier herausragend die USA-Tournee 1995 und die Südafrika-Tournee 2001. Kammermusikalische Projekte und Spartenübergreifendes wie eine Produktion mit Künstlern der Documenta XII, 2007, run­den das Profil des LJSO Hessen ab. Für die Jubiläumskonzerte anlässlich des 20-, 25-und 30-jährigen Bestehens des Orchesters kamen jeweils Musiker aus den Reihen der inzwischen über 1000 Ehemaligen zusam­men. Für über 400 von ihnen ist das LJSO Hessen die prägende Station auf ihrem Weg in die professionelle Musiker-Karriere gewe­sen. Die Arbeit des Orchesters ist eindrucks­voll auf inzwischen 13 CDs dokumentiert, de­ren Realisation in hohem Maße den Freunden und Förderern des LJSO Hessen e.V. zu ver­danken ist.
Getragen wird das Orchester von der im Jah­re 2006 gegründeten Landesjugendsinfonie­orchester Hessen gGmbH. Die gemeinnützige Gesellschaft, deren alleiniger Gesellschafter das Land Hessen ist, wird institutionell durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert.
Zum Sinfonieorchester des Hessischen Rund­funks besteht eine Orchester-Patenschaft.