Verein
Gießener
Meisterkonzerte
e.V.

Donnerstag, 28.November. 2013, 20.00 Uhr

Wupper Trio

Programm:

Robert Schumann - Märchenerzählungen op. 132
Lebhaft, nicht zu schnell
Lebhaft und sehr markiert
Ruhiges Tempo, mit zartem Ausdruck
Lebhaft, sehr markiert - etwas ruhigeres Tempo
Max Bruch - aus "Acht Stücke" op. 83
Nr. 1 a-moll Andante
Nr. 2 h-moll Allegro con moto
Nr. 6 g-Moll Nachtgesang
Nr. 7 H-Dur Allegro vivace, ma non troppo
Pause -
Astor Piazzolla - Estaciones Porteñas ("Vier Jahreszeiten von Buenos Aires")
Primavera Portena
Verano Porteno
Invierno Porteno
Otono Porteno

Robert Schumann
Am 11. Oktober 1853 notierte Clara Schumann in ihr Tagebuch: ,,Heute vollendete Robert 4  Stücke für Klavier, Klarinette und Viola und war selbst sehr beglückt darüber. Er meint, diese Zusammenstellung werde sich sehr romantisch ausnehmen."  Den ersten Satz bestimmt ein Thema, das eine melodische Phrase mit einem kapriziösen Nachsatz verbindet.  Der zweite Satz ist dreiteilig angelegt. Die beiden Eckteile  haben Marschcharakter, der Mittelteil lässt ein lyrisches Thema aus dem Marsch herauswachsen. Der dritte Satz gleicht einem wehmütigen Gesang zwischen Klarinette und Viola, während der vierte Satz wieder zum Marschcharakter zurückkehrt.

Max Bruch
Zum siebzigsten Geburtstag von Max Bruch wünschte sich sein Sohn Felix ein Werk, das in Anlehnung an Mozarts ,,Kegelstatt-Trio" und Schumanns ,,Märchenerzählungen" ein entsprechendes Kammermusikprogramm abrunden sollte. Das Ergebnis des Wunsches waren acht Miniaturen, die formal im Kontrast zu den beiden erstgenannten Werken stehen. Die Stücke sind gekennzeichnet von einem farbenreichen, rhythmisch-gesanglichen Ausdrucksreichtum.

Astor Piazzolla
Der Tango um 1960 ? die Musik der Night Clubs. Während dieser Zeit, in der sich zahlreiche Einflüsse aus aller Welt mischen, entwickelt sich auch der Tango weiter. Brasilianer und Argentinier treffen sich in Buenos Aires; Bossa Nova und neuer Tango sind Teil eines 'gemeinsamen Kampfes'. Jeden Abend füllen sich die Night Clubs mit Menschen, die den neuen Tango mit Ernst und Überzeugung anhören. Dabei findet eine Revolution, eine tiefe Veränderung bestimmter Formen des alten Tango statt." (Astor Piazzolla)
Ganz wie sein brasilianischer Kollege Villa-Lobos, der in den Dreißiger und Vierziger Jahren musikalische Denkmäler für Bach gebaut hatte, ließ sich auch der Argentinier Astor Piazzolla von Vivaldi inspirieren, als er in den Sechziger Jahren den Zyklus seiner "Jahreszeiten" begann. Es sollten "Die vier Jahreszeiten aus Buenos Aires" werden. Dies zeigt bei jedem der vier Stücke der Zusatz "porteno", was so viel heißt wie: "aus Buenos Aires". Im Gegensatz zu Vivaldi legte Piazzolla seine Jahreszeiten nicht von vornherein als Zyklus an, sondern schuf sie zwischen 1964 und 1970 in loser Folge. Auch sind alle vier Teile nur einsätzig, nicht wie bei Vivaldi mehrsätzig.
Zitate aus den berühmten "Quattro stagioni" des Venezianers finden sich dennoch und zwar raffiniert verschoben: Da es in Argentinien Winter wird, wenn in Venedig der Sommer Einzug hält, zitierte Piazzolla Vivaldis "Sommer" in seinem "Winter".
Die ursprüngliche gleichsam klassische Quintettbesetzung des Werkes , bei der das Bandoneon nicht fehlen durfte, erfuhr viele Arrangements für die unterschiedlichsten Ensembles bis hin zum Sinfonieorchester.