Verein
Gießener
Meisterkonzerte
e.V.

Montag, 04. November 2013, 20.00 Uhr

Selheim Duo
mit Konstantin Sellheim (Viola)
und Katharina Sellheim (Klavier)

Programm:

Robert Schumann (1810-1856) - Märchenbilder op. 113
Nicht zu schnell
Lebhaft
Rasch
Langsam, mit melancholischem Ausdruck
Benjamin Britten (1913-1976) - Lachrymae - Reflections on a song of Dowland
Lento
Allegretto molto comodo
Animato
Tranquillo
Allegro con moto
Largamente
Appassionato
Alla valse moderato
Allegro Marcia
Lento
L'istesso tempo
A tempo semplice
Pause
Franz Schubert (1797-1828) - Arpeggione-Sonate D 821
Allegro moderato
Adagio
Allegretto
Astor Piazzolla (1921-1992) - Le Grand Tango

Robert Schumann

komponiert die "Märchenbilder" innerhalb weniger Tage im März 1851 für den Düsseldorfer Konzertmeister W.J. von Wasielewski.  Die vier Charakterstücke werden gelegentlich als ,,Hausmusik" bezeichnet. Im Blick auf den Anspruch an Virtuosität trifft das für den 3. Satz kaum zu. Das Thema des 4. Satzes ist hingegen ein Wiegenlied.

Benjamin Britten

Bei ,,Lachrymae" handelt es sich um eine Serie von Variationen über John Dowlands (1562-1626)  Lied ,,If my complaints could passion move". Den Titel ,,Lachrymae" wählte im Jahre 1605 Dowland selbst für eine Sammlung von Pavanen für Laute und Violen. Dowlands Lied erklingt bei Britten in der Einleitung im Bass des Klaviers. In der originalen melodischen und harmonischen Fassung erklingt das Lied allerdings erst im letzten der zwölf kurzen Sätze.

Franz Schubert

Der Wiener Instrumentenbauer J.G. Staufer entwickelte 1823 ein Instrument, das Merkmale der Gitarre und des Violoncellos miteinander vereinigt, den Arpeggione.Er hat Cellogröße, aber die Zarge und die Saitenstimmug der Gitarre (E-A-d-g-h-e'). Schuberts Sonate für dieses  eigenartige Instrument entstand 1824.  Es finden sich heute außer Schuberts  Sonate nur einige neuere Bearbeitungen, aber keine Originalkompositionen für Arpeggione. Schuberts Sonate wird im heutigen Konzertleben mit Violoncello oder Viola ausgeführt.   

Astor Piazzolla

Im Alter von 8 Jahren begann Piazzolla das Bandoneon zu spielen. Als junger Mann bereits nimmt er Schallplatten auf, gründet ein eigenes Tango Orchester und komponiert Tangos. Der ,,Grand Tango" ist das Ergebnis eines Studienaufenthalts in Paris, den Piazzolla als Preis eines Kompositionswettbewerbs gewonnen hat. Seine dortige Lehrerin ist  Nadia Boulanger, die ihm bereits während der ersten Unterrichtsstunden rät: ,,Astor, Ihre klassischen Kompositionen sind handwerklich gut geschrieben, aber der wahre Piazzolla ist beim Tango, vergessen Sie den nicht".
  Der ,,Grand Tango" entstand im Jahre 1982. Er ist ein originales Werk für Cello und Klavier, das Piazzolla dem russischen Cellisten Mtislaw Rotropowitsch widmete. 1990 erfolgte die Uraufführung durch den Komponisten selbst und den Träger der Widmung.