Verein
Gießener
Meisterkonzerte
e.V.


Gießener Allgemeine vom 21.6.2016

Klarinettenzauber in alter Basilika

von Sascha Jouini

GELUNGEN Reizvolle Werke in außergewöhnlicher Besetzung

GIESSEN - (kjf). Als überraschend vielseitig erwies sich die Klarinette am Sonntagmittag auf dem Gießener Schiffenberg. Das Instrument, für das Mozart besonders gern komponierte und das in der Klassik ebenso zu Hause ist wie im Jazz und in verschiedenen Folkrichtungen, ist als Trio selten zu hören. Im zweiten Basilikakonzert der Saison war diese reizvolle Besetzung zu erleben.

Das Klarinettentrio Schmuck spannte einen Bogen von Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“ über die Romantik und den Tango nuevo bis zum Jazz. Diesmal spielten Sayaka Schmuck und Sebastian Pigorsch allerdings nicht mit Sayakas Schwester Yumi, sondern hatten ihren früheren Trio-Partner Oliver Klenk mit ins Boot geholt, der an Bassethorn und Klarinette brillierte.

Nach der Ouvertüre und einigen der bekannten Arien aus der „Zauberflöte“ gab es mit zwei slawischen Tänzen von Antonin Dvorák ein musikalisches Experiment, dass man als gelungen bezeichnen kann. Eigentlich für Klavier zu vier Händen komponiert, bekamen die Werke einen völlig anderen Charakter. In den Händen der Klarinettisten wurden die forschen Klänge zu weichen Melodien mit einem völlig neuen Reiz.

Mit Mozart ging es beschwingt weiter und dann gab es mit „Nightclub“ aus Astor Piazzollas „Histoire du Tango“ wieder eine ungewöhnliche Interpretation eines bekannten Stückes. Sayaka Schmuck moderierte und erzählte dazu Geschichten, die sich um Werke und Komponisten ranken. Sebastian Pigorsch sorgte mit der Bassklarinette für das Fundament und seine Mitspieler setzten verspielte Melodien darauf.

Klenk, der mit seinem Bassethorn für die tiefen Töne gesorgt hatte, wechselte mit dem Tango zur Klarinette, an der er sich ebenfalls als Könner zeigte. Nach dem kurzen lustigen „The Little Negro“ von Claude Debussy Paul Desmonds „Take Five“ einen Jazzklassiker, dem Sayaka Schmuck mit ihrer Klarinette eine ungewohnte Leichtigkeit verlieh.

Jazzig blieb es auch mit den beiden letzten Nummern, und das Publikum applaudierte begeistert.