Verein
Gießener
Meisterkonzerte
e.V.

Die Gießener Meisterkonzerte – Chronik

Ab 1968 veranstaltet die 1945 in Frankfurt a.M. gegründete Konzertdirektion Fritz Dietrich GmbH in der Kongresshalle klassische Konzerte unter dem Label "Gießener Meisterkonzerte", auf eigenes Risiko und ohne Zuschüsse der öffentlichen Hand. Doch schon in den 1980er Jahren stellt sich heraus, dass dieses Konzertangebot von der privaten Agentur nicht mehr rentabel veranstaltet werden kann; Stadt und damalige Bezirkssparkasse Gießen springen mit Zuschüssen ein.
1985 gründet sich zur finanziellen und ideellen Unterstützung der Konzertreihe der gemeinnützige "Verein zur Förderung der Gießener Meisterkonzerte"; sein erster Vorsitzender ist Kurt Wilhelm Sauerwein, Landrat a.D. des Landkreises Wetzlar. Ihm folgt 1991 der Gießener Stadtverordnete Dr. Reinhard Kaufmann. Die ab 1987 geübte Praxis wird 1992 auch vertraglich fixiert: der Verein ist Veranstalter der Konzertreihe und beauftragt mit ihrer Abwicklung die Konzertdirektion Dietrich. 2000 wird der Verein umbenannt in "Verein Gießener Meisterkonzerte". In all den Jahren ist wichtigste und nahezu alleinige Aufgabe des Vereins die Mobilisierung finanzieller Ressourcen zur Abdeckung des von der Konzertdirektion jährlich erwirtschafteten Defizits. Ohne das großzügige Sponsoring der Firma Canon Gießen GmbH in den 1990er Jahren hätte schon damals die Konzertreihe eingestellt werden müssen.
 Bei geänderten politischen Mehrheiten in der Gießener Stadtverordnetenversammlung erreicht 2001 Vorstandsvorsitzender und FDP-Stadtrat Dr. Reinhard Kaufmann, im städtischen Haushaltsplan eine eigene Haushaltsstelle für die "Meisterkonzerte" einzurichten. Aber die Schere zwischen ständig steigenden Kosten und zeitweise sinkenden Einnahmen (durch zurückgehende Abonnenten- und Besucherzahlen) öffnet sich weiter.
Eine sorgfältige Analyse der finanziellen Lage führt zur Trennung des Vereins von der Konzertdirektion Dietrich: Seit 2004 organisiert der Verein unter seinem nunmehrigen Vorsitzenden Dr. Dieter Lindheimer in eigener Regie und ehrenamtlich die Konzerte. Wegen eines Rechtsanspruchs der Konzertdirektion werden sie umbenannt in "Winterkonzerte". Fortan stehen Kammerkonzerte im Mittelpunkt. Sie finden im Hermann-Levi-Konzertsaal des Kulturrathauses statt. Seit 2009 veranstaltet der Verein als sonntägliche Matineen auch die "Basilikakonzerte", die 2003 vom damaligen Kulturdezernenten der Stadt Dr. Reinhard Kaufmann als klassische Komponente des "Musikalischen Sommers auf dem Schiffenberg" initiiert worden waren.
2010 und aktualisiert 2013 schließen die Stadt Gießen und der Verein einen Zuwendungsvertrag, durch den der Verein in die Lage versetzt wird, die Konzertreihen dauerhaft durchzuführen und Verträge mit den Künstlern abzuschließen. Dank des hohen ehrenamtlichen Einsatzes der Vorstandsmitglieder und die dadurch niedrig gehaltenen Fixkosten kann der Verein derzeit vier Winter- und vier Basilikakonzerte dem Gießener Konzertpublikum anbieten. Der Vorstand hofft, dass sein Einsatz vom Publikum durch guten Besuch der Konzerte honoriert wird.