Verein
Gießener
Meisterkonzerte
e.V.

Das Stamic-Quartett entstand im Jahre 1985 aus vier herausragenden jungen Musikern, die allerdings schon über reiche Erfahrungen in der Kammermusik für Quartette verfügten. Nach einem Jahr seines Wirkens feierte das Stamic-Quartett im Jahre 1986 seinen ersten großen Erfolg, der ihm den Weg auf die bedeutendsten ausländischen Bühnen und Festivals öffnete – den Sieg im internationalen Quartettwettbewerb der Rundfunkassoziationen (EBU, OIRT) in Salzburg. Regelmäßige Gastspiele und Tourneen durch Europa, Amerika und Japan bilden seit dieser Zeit einen Großteil des Planungskalenders für dieses Ensemble.

Im Vergleich mit vielen anderen Streichquartetten verfügt das Stamic-Quartett über ein außerordentlich umfangreiches Repertoire, und zwar sowohl was die Anzahl der einstudierten Kompositionen betrifft (über 250) als auch bei der Bandbreite der dargebotenen Stilformen. Dies dokumentiert nur das schöpferische und unschematische Herangehen an das Studium und die Interpretation von Kompositionen der verschiedensten Zeiträume, das Bemühen, nicht stehenzubleiben und ständig den eigenen Ausdruck musikalisch und technisch neu zu entdecken und zu bereichern. Gerade diese Attribute schätzt auch die Fachkritik am meisten, wenn sie bei der Einhaltung von stilistischer und technischer Präzision von einer musikalischen Offenbarung spricht: »In dieser Interpretation zeigt sich das sozusagen überirdisch Vollkommene, die Gleichzeitigkeit der Gegensätze der Komposition als eigentliche Offenbarung« (Die Ostschweiz, 24. 11. 1997).

Das übliche Quartett-Repertoire bereichern Werke zeitgenössischer tschechischer und ausländischer Komponisten, jedoch auch fast oder gänzlich in Vergessenheit geratene Werke alter böhmischer Meister. Große Aufmerksamkeit wird natürlich auch den Größen des tschechischen Quartettschaffens gewidmet – Dvorák, Smetana, Janácek und Martinù. Gerade deren Streichquartette bilden einen grundlegenden Teil der breiten Diskographie, die über 50 Titel zählt. Die Aufnahmen von Dvor?áks Quartetten op. 96 und 106 sowie das Gesamtwerk der Quartette von Martinù wurden mit dem Grand Prix du Disque der Charles- Cros-Akademie ausgezeichnet. Die Aufnahmen beider Janáèek-Quartette wurden im englischen Gramophone (April 1998) beim Vergleich aller zur Verfügung stehenden Aufnahmen ausgezeichnet und als beste empfohlen. Das Ergebnis der musikalischen Zusammenarbeit des Stamic-Quartetts mit vielen tschechischen und ausländischen Solisten sind auch zahlreiche Aufführungen von Quintetten der verschiedensten Instrumentalbesetzungen. Im Repertoire sind Quartette und Quintette für Oboe (Mozart), Flöte (Mozart, Rejcha, Krommer), Klarinette (Mozart, Krommer, Rejcha, Brahms), Viola (Mozart, Dvor?ák), Violoncello (Schubert, Dvor?ák), Kontrabass (Dvor?ák) und Klavier (Dvor?ák, Brahms, Schumann, Schostakowitsch, Schnittke, Mozart,
Schubert, Martinù u. a.) zu finden.