Verein
Gießener
Meisterkonzerte
e.V.

Freitag, 9. Oktober 2012, 20.00 Uhr

Trio Cascades

Programm:

Georges Onslow (1784-1853) Klaviertrio op. 14, 3 D- Dur
Allegro vivace assai
Andante non troppo lento
Minuetto
Finale
Christina Cordelia Messner Europa nach der griechischen Sage von Europa und Zeus für Klaviertrio; Uraufführung November 2001 in Köln 
Pause
Ludwig van Beethoven (1770-1827) Klaviertrio op. 1,1 Es Dur
Allegro
Adagio cantabile
Scherzo – Allegro assai
Finale – Presto

Georges Onslow

Geboren wurde George Onslow am 27. Juli 1784 als Spross einer englisch-französischen Adelsverbindung. In Hamburg, wohin seiner Vater vor der französischen Revolution floh, erhielt er in den Jahren 1799 und 1800 den Unterricht des Pianisten J. L. Dussek . Bald nach 1800 kehrte George nach Frankreich zurück. Mittlerweile galt er als Pianist von "brillanter Technik, kunstfertiger Virtuosität und schönem Klang". Er schloss sich einem Kreis von musikliebenden Dilettanten an, die Kammermusik in kleinem Kreis aufführten. Onslow lernte das Cello-Spiel und begann um 1806 mit seinen ersten Kompositionen: Streichquintetten, einer Klaviersonate und Klaviertrios. Diese Werke erschienen in den beiden folgenden Jahren im Druck. Onslow wandte sich gegen Ende 1808 an Anton Reicha, den späteren Professor für Kontrapunkt am Conservatoire und neben Cherubini wohl einflussreichsten Pariser Musikpädagogen der ersten Hälfte des

19. Jahrhunderts mit der Bitte um Kompositionsunterricht. Onslow verbrachte fortan die Sommermonate in der heimatlichen Auvergne und die Wintermonate in Paris, um zu lernen oder seine Werke in dem kleinen Kreis der Pariser Kammermusikliebhaber zur Aufführung zu bringen.

Christina Cordelia Messner

lebt und arbeitet in Köln. Sie absolvierte ihr Musikstudium von 1991–1996 in Würzburg mit Hauptfach Violine bei Prof. Max Speermann (Bartholdy-Quartett) und Wahlfach Komposition bei Prof. C. Wünsch. Eine zusätzliche Ausbildung in Improvisation erhielt sie bei Harald Kimmig in Freiburg. Christina Cordelia Messner nähert sich in »Europa/Migrations II« der Sage vom Raub der phönizischen Königstochter Europa durch den in einen Stier verwandelten Zeus. Schon der Mythos greift den Zusammenprall von Ost und West auf; in Messners Musik mischen sich dann altgriechische Tonleitern und westliche Avantgarde, synkopische Balkanrhythmen und impressionistische Klangschleier. Zwischendurch dröhnt auch mal ein Klavier-Cluster.

Ludwig vanBeethoven

Die zwischen 1792 und 1794 entstandenen drei Klaviertrios sind die erste Werkgruppe, die Beethoven mit einer Opuszahl bezeichnete und damit als gültige Kompositionen betrachtete. Die Kompositionen erschienen 1795 im Druck. Anlässlich einer Neuauflage der Trios lobt der Rezensent der „Allgemeinen musikalischen Zeitung“ Beethovens Opus 1, „besonders, weil in ihm wie in wenigen die fröhliche Jugend des Meistes sich noch ungetrübt, leicht und leichtfertigt abspiegelt, gleichwohl aber der spätere, tiefe Ernst und die zarte Innigkeit den Verfasser schon zuweilen anwandelt, auch, ungeachtet man die Vorbilder der

Mozart‘schen Klavierquartette erkennt, doch Beethovens Eigentümlichkeit und Selbständigkeit unverkennbar hervorleuchtet und umherflackernde zündende Funken sprüht.“