Violin Recital
Stefano Succi (Violine) / Nami Ejiri (Klavier)
Die Violinsonaten von Ludwig van Beethoven, Franz Schubert und Johannes Brahms geben in bezeichnender Weise die historische Entwicklung des Genres wieder: Von der Emanzipation der Violine über das romantische Lied-Idyll bis hin zur dichten, symphonischen Verschmelzung der beiden Instrumente. Die Gattung der Violinsonate erlebte zwischen der Wiener Klassik und der Spätromantik einen fundamentalen Wandel. Hießen die Werke bei Wolfgang Amadeus Mozart oft noch „Sonaten für das Pianoforte mit Begleitung einer Violine“, lösten sich die Komponisten des 19. Jahrhunderts radikal von dieser Hierarchie und schufen ein neues Gleichgewicht der Kräfte. Ludwig van Beethoven brach die alten Strukturen auf und forderte von beiden Musikern absolute Virtuosität. Franz Schubert goss seine unnachahmliche, liedhafte Melodik in den klassischen Rahmen, während Johannes Brahms die Sonate schließlich zu einem symphonisch dichten, psychologisch tiefgründigen Dialog zweier gleichwertiger Partner vollendete.
Stefano Succi, 1964 in Rimini geboren, ist seit 2005 Stimmführer der 2. Violinen im hr-Sinfonieorchester. Von 1991 bis 1994 war Stefano Succi Mitglied im renommierten Kammerorchester »I Solisti Veneti« von Claudio Scimone. Von 1996 bis 2000 spielte er als 1. Konzertmeister in der Neuen Philharmonie Westfalen und wechselte von 2000 bis 2005 in gleicher Funktion zum SWR-Rundfunkorchester Kaiserslautern.
Nami Ejiri wurde als Kind einer Pianistin in Tokyo geboren. Seit 1998 lebt sie in Deutschland, dem Kulturraum, dessen Musik sie besonders liebt. Von 2006 bis 2015 hat die zweifache Mutter einen Lehrauftrag im Fach Klavier an der Musikhochschule Frankfurt. Sie gibt Meisterkurse im In- und Ausland. Nami Ejiri ist Preisträgerin zahlreicher internationaler Klavierwettbewerbe.